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Soziale Kompetenzen

Situationsbeschreibung:

(Der Text ist etwas lang geraten, ließ sich aber nicht mehr weiter kürzen, ohne ihn zu entstellen.)

Es fällt auf, dass es heutzutage vielen Jugendlichen an sozialen Kompetenzen mangelt, die noch vor ein oder zwei Generationen in der Erziehung selbstverständlich waren.

Am meisten mangelt es an Respekt, sei dies vor Autoritäten, wie Lehrkräften, oder Erwachsenen allgemein. Es gab auch früher Prügeleien in der U-Bahn, aber die heutigen Auswüchse, bei denen es nur darum geht andere zu schädigen, weil einem langweilig ist und man etwas „Action“ haben will und man um des „Spaßes“ willen schwerste Verletzungen oder gar den Tod des Opfers in Kauf nimmt, sind eine Erscheinung unserer Zeit, die mit dem Verfall allgemein geltender Werte und dem gesellschaftlichen Wandel einher gehen.

 Es ist für Jugendliche schwer zu verstehen, wenn Erwachsene vom Wert eines guten Zeugnisses, einer guten Ausbildung, guten Benehmens oder einer vernünftigen Lebensperspektive reden, die Medien aber vorspiegeln, dass jeder im Big Brother Container reich werden oder Deutschlands Superstar werden kann, egal wie ungebildet, straffällig oder asozial er sein mag. Hat man früher bei persönlichen Problemen sehr darauf geachtet, dass diese nicht allzu sehr nach außen getragen werden, so ist es heute scheinbar normal seine finanziellen, psychischen und sexuellen Probleme ins Fernsehen zu tragen, um damit Millionen von Zuschauern zu unterhalten. Respekt, Scham, Distanz und Zurückhaltung sind hier nicht gefragt! Wer solche „Vorbehalte“ hat ist ein „Weichei“, „uncool“ und überhaupt nicht „chillig“. Zwangsläufig bleibt hier irgendwann die soziale Wahrnehmung von Befindlichkeiten anderer und auch die Wahrnehmung der eigenen Wirkung auf andere auf der Strecke.

 Jugendliche verfügen heute über die neuesten technischen Mittel, ganz egal, was diese kosten und verfügen über finanzielle Mittel wie nie zuvor. Was nicht mehr tagesaktuell ist, wird entsorgt, der Bezug zum Wert der Sache geht zunehmend verloren. Dass man auf etwas lange sparen muss oder sich etwas auch erst einmal nicht leisten kann, kommt kaum noch vor. Die „Kaufen Sie heute – zahlen Sie nächstes Jahr“ – Mentalität ist auf dem Vormarsch. Viele Jugendliche sind es nicht mehr gewohnt auf etwas verzichten zu müssen oder sich auch etwas völlig versagen zu müssen. Wenn sie dann mit Frustrationen konfrontiert werden, können sie damit nicht mehr adäquat umgehen, da sie nicht mehr über eine angemessene Frustrationstoleranz verfügen.

 Das Leben der Jugendlichen findet weitgehend in Cliquen statt. Man ist unterwegs und wenig zu Hause. Werteerziehung oder überhaupt Erziehung als solches durch das Elternhaus findet kaum noch statt oder bleibt aus Zeitmangel in den Anfängen stecken.

 Stoßen Jugendliche an Grenzen und es kommt zu Konflikten passiert, es nicht selten, dass ihnen die nötige Konfliktfähigkeit fehlt. Es kommt dann entweder zum Rückzug ( im Extremfall in Drogen und Scheinwelten) oder zu aggressivem, teils exzessivem Verhalten. Die gesunde Mitte, mit der Fähigkeit Konflikte konstruktiv zu lösen, fehlt oft. Dies liegt z.T. daran, dass sie bei den Gleichaltrigen mit ihrem Verhaltensrepertoire noch zurecht kommen, in der Schule, der Lehre oder im Alltag aber oft anecken, weil ihnen der angemessene Umgang mit anderen Leuten, mit Autoritäten oder mit solchen, die anders sind, fehlt.

Es geht nicht mehr darum eine eigene Identität und Persönlichkeit zu entwickeln, sondern sich einer Gruppe anzugleichen, was mit der völligen Abgrenzung zu anderen Gruppen einher geht. Hatten Jugendliche früher untereinander noch relativ vielschichtige Kontakte, so gibt es diese heute nur noch unter seinesgleichen. Mit solchen, die anders sind, hat man nichts zu tun. Man grenzt sich ab, schließt andere teilweise aus bis hin zu aktivem Mobbing derer, die nicht so sind, wie man selbst ist.

Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen sind den Kindern und Jugendlichen heutzutage oft fremd. Was mit Minimalaufwand zu erledigen ist, wird erledigt, ansonsten herrscht „Null-Bock“ Stimmung. Energie, Zeit und Aufwand in eine Sache zu stecken, die nichts mit Freizeit oder Spaß zu tun hat, ist „uncool“ und wird somit weitgehend vermieden.

Man könnte nun eine ebenso lange Abhandlung über die Gründe schreiben, warum dies so ist,der Text "wir waren Helden", den man im Internet auf den verschiedensten Seiten findet, gibt aber schon einmal eine gute Erklärungsvariante.

Die Projektbeschreibung erfolgt in Kürze!