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Anti- Mobbing- Projekt

Vorwort

Die Unterschiedlichkeiten in Klassenverbänden und das geringe Maß an gemeinsamen Werten schaffen ein deutliches Konfliktpotential. Damit einher geht der allgemeine Werteverfall im Sinne von geringem Solidaritätsgefühl und wenigen verbindlichen Werten und Verhaltensregeln. Zudem fällt bei den Schülerinnen und Schülern auf, dass sie wenig Fähigkeiten haben, Konflikte konstruktiv zu lösen. Die Kombination dieser Faktoren begünstigt die Entstehung von Mobbing.

Definition

Der Begriff Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet anpöbeln, fertigmachen. Mobbing ist eine Form offener und/oder subtiler Gewalt gegen Personen über längere Zeit mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung. Es handelt sich hierbei um verbale oder physische Gewalt. Mobbing unter Schülern bezeichnet alle böswilligen Handlungen, die nur das einzige Ziel haben, Mitschüler fertig zu machen.

-direktes Mobbing: Hänseln, Drohen, Abwerten, Beschimpfen,

-indirektes Mobbing: Ausgrenzen, Rufschädigung, „Kaltstellen“, Beschädigung von Eigentum der gemobbten Person.

Auswirkungen

Oft suchen die Opfer das Problem zuerst bei sich. Das Opfer informiert nur selten die Lehrer oder die Eltern. Die Folgen wirken sich auf die gesamte Persönlichkeit des Opfers aus im Sinne von Verlust des Selbstvertrauens, Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen. Die Isolierung und Vereinsamung führen oft zu depressiven Verstimmungen und Passivität, Lernunlust und Schulvermeidung.

Reaktionen der Opfer können sein:

Verlust des Selbstbewusstseins, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Albträume, Leistungsrückgang, Häufung von Fehltagen durch „Krankheiten“ oder Schwänzen, sozialer Rückzug, Ängste, Depressionen, Suizidversuche.

Die Täter

Mobbing ist kein individuelles Problem der Opfer oder Täter, sondern ein Gruppenphänomen, das sich entwickeln konnte, weil keine rechtzeitigen Interventionen erfolgt sind. Bestimmte Persönlichkeitszüge der Opfer fördern das Mobbing, wie z.B. Ängstlichkeit, Überangepasst sein, anderes Aussehen, Ungeschicklichkeit etc.

Insgesamt verfügen diese Kinder nicht über die soziale Sicherheit um sich allein gegen die Täter zur Wehr setzen zu können. Den Tätern geht es meist um Demonstration von Stärke, Steigerung des eigenen (geringen) Selbstwertes, Überspielen von eigenen Schwächen. Mobbing kommt in allen Altersstufen vor. Jungen neigen eher zu offener Aggression (körperlich oder verbal) Mädchen eher zu sozialer Ausgrenzung, dem Verbreiten von Gerüchten.

Das Projekt

In den beiden Schulen in denen ich als JaS tätig bin kommt es zunehmend zu Mobbingvorfällen so dass ich nach Möglichkeiten suchte in den Klassen, in denen das Thema Bedeutung hat, ein entsprechendes Projekt anzubieten. Bereits bei früheren Projekten hatte sich gezeigt, dass zu theoretische und zu abstrakte Inhalte von Förderschülern oft nicht im gewünschten Maß verstanden werden.

Es musste also ein Rahmen (neben Lehrplan und anderen Projekten der JaS und der Schule) und ein Medium gefunden werden, der/das ohne große Vorbereitung der jeweiligen Klasse oder Gruppe den Einstieg in die Thematik möglich macht, die Aufmerksamkeit der Kinder bindet und auf deren Niveau ansetzt.

Der Einsatz von DVDs zum Thema hat sich hier als ideales Medium erwiesen. Wer mit einem Film in die Klasse kommt hat schon einmal Augen und Ohren der Kinder für sich gewonnen. Nachdem die verwendeten DVDs durchgängig sehr interessant gestaltet sind hat sich gezeigt, dass die Aufmerksamkeit tatsächlich auch während des Films erhalten bleibt und die Schüler danach Inhalte sowohl schlüssig wiedergeben, als auch erstaunlich gut reflektieren können.

Durchführung

Die „Mobbingstunde“ (meist 3 Schulstunden, unterbrochen durch die große Pause) ist durch die Lehrkraft angekündigt und die Schüler wissen somit, dass „etwas Anderes“ als Unterricht stattfinden wird. Zu Anfang wird mit den Schülern der Begriff „Mobbing“ noch einmal geklärt bzw. erklärt – ähnlich der Vorgenannten Definition - . Meist haben die SchülerInnen einen ungefähren Begriff von der Materie. Im Anschluss daran wird der Film angeschaut. Dies können sein: 

und mit dem Schwerpunkt „Cybermobbing“ (Mobbing im Internet):

Es gibt auch noch andere DVDs bzw. andere Filme, die sich zum Thema eignen wie z.B. „Jetzt bist Du dran“ oder „Heute Du, morgen ich“ dies hängt aber immer vom Stand der jeweiligen Klasse oder Gruppe ab.

Nach dem Film wird dann mit den Schülern diskutiert bzw. einzelne Szenen noch einmal nachbesprochen, wobei die Kinder auch immer wieder aufgefordert werden, sich in die Rolle des/der Gemobbten zu versetzen und eigene Gefühle zu benennen.

 Je nach Bedarf bzw. je nach vorhandener Energie wird dann mit den Teilnehmern geübt, sich in Mobbingsituationen so zur Wehr zu setzen, dass die Situation entschärft wird und die Aktion des Täters ins Leere geht.

 Ebenso werden je nach Kapazität der Klasse bzw. je nach Notwendigkeit auch Gruppenspiele zum Thema durchgeführt. wie z.B. das „Außenseiterspiel“ oder das "Baumstammspiel".

Mobbing endet natürlich nicht schlagartig nach so einem Projekt, der Umgang miteinander verändert sich aber merklich. Je mehr Klassen an einem solchen Projekt teilnehmen, desto breiter zeigt sich diese Veränderung.