Anna Kittenbacher (1808 - 1895)

Anna Kittenbacher wurde 1808 in Kempten als Anna von Wodiczka geboren. Ihr Vater Heinrich von Wodiczka war königlich-bayerischer Wasser- und Bauinspektionsingenieur, ihre Mutter Theres, geb. Schönmann.

Anna Kittenbacher heiratete im Jahre 1860 im Alter von 52 den verwitweten Stadtpfarrmesner Augustin Kittenbacher in Pfaffenhofen, der in dem Buch "Pfaffenhofener Stadt Geschichten" von Dr. Joseph Heinrich Wolf, aus dem Jahr 1857 als Lodner, Amtsbote bzw. späterer Bürgermeister (1834-1836) der Stadt Pfaffenhofen erwähnt wird.

Leider verfügen wir bisher nicht über ein Bild von Anna Kittenbacher. Wir betreiben aber weitere Recherchen über sie und erhoffen uns, bald ein Bild von ihr zu finden. Wir wissen, dass sie im "Verzeichnis aller Schülerinnen und Schüler der Volksschulen der königlich-baierischen Kreishauptstadt Salzburg und ihrer Vorstädte" vom 10. September 1815 als Schülerin und Preisträgerin im Alter von 6 Jahren verzeichnet ist und dass sie in Salzburg in der Getreidegasse 326 gewohnt haben könnte. In welchem Zusammenhang sie nach Pfaffenhofen kam oder auf welchem Wege sie ihren Ehemann kennengelernt hat, wissen wir leider noch nicht.

Anna Kittenbacher gründete die erste Kleinkinderbewahranstalt in Pfaffenhofen im Jahr 1871, deren Statuten mit Bekanntmachung des Stadt-Magistrats vom 4.10.1871 veröffentlicht wurden. Bemerkenswert ist, dass es die erste Einrichtung dieser Art war, in einer Zeit, in der man die Bedeutung der Kindheit für die Entwicklung des Menschen noch in keiner Weise die Aufmerksamkeit geschenkt hat, mit der man dies heute berechtigterweise tut. Erwähnenswert ist neben vielem anderen auch die Tatsache, dass die Kleinkinderbewahranstalt als Ganztagseinrichtung mit Mittagsverpflegung konzipiert war.

Anna Kittenbacher wurde am 16. September 1888 wegen ihrer Verdienste die Ehrenbügerwürde der Stadt Pfaffenhofen verliehen. Sie ist bisher die einzige Frau, der diese Ehrung zu Teil wurde. Die besondere Bedeutung von Anna Kittenbacher für Pfaffenhofen zeigt sich auch daran, dass im königlichen Bezirksamtsblatt von 1895 ihres Todes mit einer halbseitigen Todesanzeige gedacht wurde.